«Die Glocken sind nach Rom geflogen»

Liesenberger Klapperkinder 2000

Wenn in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag die Kirchenglocken verstummen, sagt man «die Glocken sind nach Rom geflogen um zu beichten». Sie schweigen bis zur feierlichen Ostermesse, um dann die Auferstehung Jesu zu verkünden. In dieser Zeit wird das Läuten zu Angelus-Zeiten und zum Ankündigen der Gottesdienste durch die alte katholische Tradition des «Klapperns» ersetzt. Traditionell sind früher die Ministranten mit hölzernen «klappernden» Instrumenten durch das Dorf gezogen, somit war das «Klappern» den Jungen vorbehalten. Bis 1947 galt der Ministrantendienst als Vorstufe zum Priesteramt. Aus diesem Grund durften nur Jungen am Altar stehen, die zuvor in Chorschulen auf den Dienst in der Liturgie vorbereitet wurden. Papst Pius XII. änderte diese Vorschrift und jeder getaufte Katholik durfte fortan den Messdienst übernehmen. Weibliche Ministranten blieben dennoch verboten. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil (1962−1965) erlaubten einige Gemeinden auch Mädchen den Ministrantendienst auszuführen aber erst 1994 wurde das offizielle Verbot aufgehoben.
Mittlerweile «klappern» Jungen und Mädchen gemeinsam und sammeln abschließend am Karsamstag ihren verdienten Lohn in Form von Eiern, Süßigkeiten und Geld ein.

Wir suchen noch weiter Fotos von Bettinger Klapperkindern, dabei spielt es keine Rolle ob es sich um ältere oder neuere Fotos handelt. Wer uns also Fotos zur Verfügung stellen kann darf sich gerne melden (info@bettinger-geschichtsverein.de)