JüppHü

hennes

«Fetter Donnerstag», «Weiberfastnacht», «Altweiberfastnacht», «Schmutziger Donnerstag» — es gibt unzählige, je nach Region, unterschiedliche Bezeichnungen für diesen Tag. Einige Namen beziehen sich auf den früheren Fastnachtsbrauch, dass an diesem Donnerstag letztmalig vor Ostern geschlachtet wurde. Reichhaltiges Essen und Trinken gehörte zu den wichtigsten Kennzeichen der frühen Fastnachtsbräuche und für die familiären Fastnachtsfeiern brauchte man reichlich Fleisch. In Folge der Schlachtung wurden Fastnachtsküchlein bzw. Fastnachtskrapfen in Fett gebacken. Noch heute findet in manchen Orten traditionell donnerstags ein Schlachtfest statt. Der Name «Weiberdonnerstag» erklärt sich wie folgt: Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatten die Frauen gegenüber der Gemeinde die Verpflichtung, einmal im Jahr den Dorfbrunnen zu reinigen. Ihr Lohn war der Erlös aus der Versteigerung eines Baumes. Mit diesem Geld wurde am letzten Donnerstag vor der Fastenzeit gefeiert.
Die Weiberfastnacht ist für viele «Möhnen» einer der wichtigsten Tage im Jahr. Die Frauen übernehmen symbolisch die Herrschaft. Dieser Tag wird regional sehr unterschiedlich begangen. Mancherorts ziehen die Möhnen bereits am frühen Morgen verkleidet durch Geschäfte und Lokale, sperren sogar Straßen und verlangen Wegezoll oder Maut. Nachmittags treffen sie sich in Bürgerhäusern, Sälen und Gaststätten zum «Möhnenkaffee» und in einige Orte findet sogar ein «Möhnenball» statt. Weit verbreitet ist der Brauch an «Fetten Donnerstag» den Männern die Krawatten abzuschneiden. In Niederbettingen bei Hillesheim putzen die «Möhnen» traditionell den Männern die Schuhe, natürlich nur gegen Bezahlung.
Das Wort «Möhn/Möhne» kommt von «Muhme». Es bezeichnete bis ca. 1880 eine weibliche Verwandte, bzw. eine ältere verheiratete oder verwitwete Frau in dunkler Kleidung. Erst später wurde der Begriff auf den Karneval übertragen.
Der Verwandtenbesuch zur Fastnacht war auf den Eifeldörfern ähnlich Sitte wie zur Kirmes. Man lud ein, aß, trank und spielte Karten.
Aus Bettingen wird eine Sage berichtet, nach der das Kartenspiel vom «Fosichtsonntag bis zum Aschermittwoch» dauerte und der Teufel sich als Spielgeselle eingeschaltet hatte:

«In Burg, das ist früher ein Wirtshaus in Bettingen gewesen, heute steht es nicht mehr, da haben einmal am Fasichtsonntag Kartenspieler gesessen. Da fluchte einer: Den ersten, der aufhört, soll der Teufel holen!` Nun, jetzt konnten sie ja nicht gut aufhören. Da spielen sie die ganzen Tage durch bis Aschermittwochmorgen. Da kam e Grußen rein mit einem Pferdefuß und setzte sich an den Tisch und fragte, ob er helfen könne. Sie haben nicht gern nein gesagt und lassen ihn helfen. Die Frauen kommen die Männer rufen, aber die können nicht heimgehen. Zuletzt sahen die anderen, was los war, und man ruft den Pastor. Der kommt auch und hilft beim Kartenspiel. Er spielte eine Runde mit, dann hörte er auf. Da fuhr der Teufel zum Fenster hinaus. Das hat meine Großmutter erzählt, sie hat gesagt, sie hätte das noch erlebt.» (aus: Zender, Sagen, Nr. 846)

Die Fastenzeit beginnt mit dem Aschermittwoch, welcher immer am 46. Tag vor Ostersonntag ist. Der frühestmögliche Termin ist der 29. Januar, der spätestmögliche ist der 4. März. Bis dahin wünscht der Förderkreis Bettinger Geschichte allen «Fosbocken» eine gute Zeit — Bätijen JüppHü!

(Quellen: www.pruemnetz.de/html/1__quartal.html, www.brauchtum.karneval-info.de/4−1-schwerdonnerstag-altweiberfastnacht/, wikipedia, Rolf Dettmann/Matthias Weber: Eifeler Bräuche)